Bergwerk erkundet und Neues erfahren

Der Sagiverein Schindellegi reiste ins Sernftal und besichtigte unter anderem das Schieferbergwerk in Engi

Wer kennt nicht die bekannten Schiefertafeln aus der Schulzeit (Ältere Generationen) oder vom Jassen. Dass der benötigte Schiefer aber seit Jahrhunderten auch in unserem Nachbarkanton Glarus aus dem Berg geschlagen und zu Tafeln verarbeitet wurde, ist den wenigsten bekannt. Auf diese historischen Spuren haben sich die Mitglieder des Sagivereins Schindellegi auf ihrer Vereinsreise begeben.
Bei strahlendem Sonnenschein trafen sich die Reiseteilnehmer beim Maihof-Schulhaus um ins Sernftal nach Engi zu fahren. Beim Abbiegen ins Dorf kam uns eine Alpabfahrt mit über hundert, zum Teil aufwendig geschmückten Kühen entgegen. Später folgte ein Kaffeehalt im schmucken Dorfkern.

Spannende Geschichten

Beim Landesplattenberg-Pavillon in Engi begrüsste uns der Höhlenführer Walter Gähler. Der Weg zum Plattenhüttli mit doch beachtlichen 180 Metern Höhenunterschied wurde von ihm mit vielen spannenden Geschichten zu Land und Leuten kurzweilig gestaltet.
Wie richtige Bergleute ausgerüstet, mit Helm und warmer Bekleidung, stiegen die Reisenden aus den Höfen in das Höhlenlabyrinth des Plattenbergs ein. Beeindruckt von der tollen Beleuchtung in den Gängen besuchten wir kurz hinter dem Eingang den eindrücklichen, in den Fels gehauenen Konzertsaal. Kaum zu glauben, aber dieser ist mit der modernsten Technik ausgerüstet und hat beheizte Steinbänke für die Konzertbesucher. Wo auf der Welt gibt es was Vergleichbares? Walter Gähler erklärte uns auf spannende Weise alles über den Abbau, die Verarbeitung und den Transport der Schiefertafeln aus dem Berg. Die kilometerlangen Gänge mit grossen, von schrägen Schiefersäulen gestützten Hallen faszinierten alle Sagivereinler. Heute kann man nur noch erahnen, wie hart und beschwerlich die Arbeit der Mineure in solchen Schieferstollen war.
Das auf dem Plattenhüttli-Grill zubereitete Mittagessen schmeckte ausgezeichnet. Glarnerpastete zum Dessert durfte natürlich auch nicht fehlen. Mit kleinen Schieferplatten bepackt wanderten wir ins Tal zurück.

Geschichte und Sagen

Die kundige Dorfführerin in Elm hat anschliessend den Höfnern die jahrhundertealte Geschichte des kleinen Ortes auf eindrückliche und spannende Art nähergebracht.
Beginnend mit der Sage vom Martinsloch, Wissenswertes zur Entstehung der Felsüberwerfungen im Weltnaturerbe-Gebiet Sardona, über die Besiedelung des Tales und den Holzausbau bis zur Industrialisierung im Textilbereich, dem weltbekannten Elmter-Citro, den Schiefertafeln, das Skifahren und dem heutigen Tourismus wusste sie uns zu fesseln.
Kein Vereinsmitglied wusste, dass am 11. September 1881 ein Teil von Elm durch einen Bergsturz verschüttet wurde. Ausgelöst durch den Schieferplattenabbau donnerten über 10 Millionen Kubikmeter Schiefergestein auf das Dorf hinunter. Dabei kamen 114 Personen ums Leben. Mit Ehrfurcht betrachteten wir die Namenstafeln der damals Verschütteten an der Kirchenwand.
Das schmucke Dorf Elm bleibt bestimmt allen in bester Erinnerung. Bei einem kühlen Getränk auf der Sonnenterrasse (nicht nur Elmer-Citro) verschwand die Sonne hinter den imponierenden Bergen.